Grüne Energie für Gettorf – nur wann?

Beitrag der Gettorfer GRÜNEN in der „Flüstertüte“ Nr. 261 vom Januar 2026

Das dritte Jahrzehnt dieses Jahrhunderts war noch nicht angebrochen, da war die Idee eines Nahwärmenetzes für Gettorf bereits geboren. Doch gut Ding will augenscheinlich auch hier Weile haben. Am 11. Mai 2023 berichtete die KN: „Der Plan eines Wärmenetzes für Gettorf nimmt weiter Gestalt an. Die Gemeindevertretung stimmte für die nötige Änderung des Flächennutzungsplans.“

In der Flüstertüte vom April 2025 stand zu lesen: „Derzeit entsteht das Heizhaus am Schriebershof.“ Und: „Ziel ist, die Quartiersgesellschaft noch in diesem Jahr zu gründen.“

Nun ist 2026 angebrochen – und passiert ist scheinbar wenig bis nichts. Weder ist das Heizhaus im Bürgerpark entstanden noch die Gesellschaft, die einmal den Ausbau des Gettorfer Nahwärmenetzes betreiben soll, gegründet. Dabei will Gettorf bis 2035 klimaneutral sein. Frommer Wunsch oder realistisches Ziel?

Osdorf geht beim Thema Nähwärmeversorgung beispielhaft voran

Wie es schneller geht, zeigt das Beispiel der Nachbargemeinde Osdorf, die einmal wie Gettorf Kommanditist der GmbH & Co. KG mit dem Namen „Quartiersgesellschaft“ sein soll. Dort liegt bereits ein Förderbescheid des Bundes für das geplante Nahwärmenetz in Höhe von elf Millionen Euro vor. Das sind 40 Prozent der Gesamtkosten. Auch die Planungen für das nötige Heizhaus sind weit fortgeschritten. Die Energie, mit der Osdorfs Bürgermeister Helge Kohrt die Vorbereitungen vorantreibt, ist beispielhaft.

Aber auch in Gettorf gibt es keinen Stillstand. Die Arbeiten am Heizhaus im Bürgerpark haben begonnen. Martin Laß, Geschäftsführer des Wärmelieferanten BioEnergie Gettorf, erklärt: „Das Heizhaus entsteht 2026, wird in Betrieb genommen und mit dem bereits entstehenden Wärmenetz im Bereich Tüttendorfer Weg verbunden.“ Die Verwaltung im Rathaus ebnet den Weg.

Prüfungen und Fördermöglichkeiten

Zudem haben Grüne und SPD im November 2025 im Ausschuss für Wirtschaft und Energiewende erreicht, dass eine Förderung für eine Machbarkeitsstudie für den weiteren Ausbauabschnitt östlich der Bahn beantragt wird. Ohne diese Machbarkeitsstudie gibt es keine Förderung des Bundes für den Bau des Nahwärmenetzes. Die Gemeindevertretung hat dies im Dezember einstimmig befürwortet. Parallel dazu läuft eine Wirtschaftlichkeitsprüfung der Struktur der Quartiersgesellschaft durch eine Unternehmensberatung.

Zeitachse

Diese GmbH soll nun 2026 entstehen, doch bis dahin sind noch etliche Fragezeichen zu beseitigen. Dies trifft auch auf die Gründung einer Genossenschaft zu, an der sich alle Gettorfer und Osdorfer Bürgerinnen und Bürger beteiligen können und die einmal an der Quartiersgesellschaft als Kommanditist beteiligt sein soll.

Mit zeitlichen Zukunftsprognosen, das zeigt die Vergangenheit, sollte man zurückhaltend umgehen. Dies gilt für die angedachten Bauten der Heizhäuser am Klärwerk und an der Eichkoppel sowie die Frage, wann alle Gettorferinnen und Gettorfer mit klimaneutraler Nahwärme versorgt werden können. Planungssicherheit ist wichtig, nicht zuletzt für jene Bürgerinnen und Bürger, die vor der Wahl stehen: Wärmepumpe oder Warten auf Nahwärme. Die gute Nachricht im Januar 2026 lautet immerhin, dass der Prozess läuft. Die Zeit jedoch tut es auch. 2035 kommt schneller als manche denken.