Der Sommer verabschiedet sich – und mit ihm scheinbar auch das Thema Hitze. Sinken die Temperaturen, sinkt auch die gefühlte Dringlichkeit, auf den Klimawandel zu reagieren. Doch der Eindruck täuscht: Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad werden weiter zunehmen. Solange man nicht selbst betroffen ist, wirken solche Zahlen abstrakt – dabei starben in diesem Jahr bereits mehr als 10.000 Menschen deutschlandweit an den Folgen extremer Hitze.
Wie greifbar das Problem längst geworden ist, zeigt sich auf Kinderspielplätzen: Im Sandkasten werden mittlerweile Temperaturen von über 50 °C gemessen.
Gemeinden können handeln
Die gute Nachricht: Die Gemeinden entscheiden selbst über die Lebensqualität vor Ort – wo Bäume wachsen, wo Schatten entsteht, wo Wasser verfügbar ist und wie Plätze, Straßen und Spielplätze gestaltet werden. Konkrete Maßnahmen hierfür sind:
- Kühle Rückzugsorte schaffen und sichtbar machen: Bibliothek, Rathaus oder Gemeindesaal öffnen sich an besonders heißen Tagen als öffentliche „Cooling Center“ für alle – gut beworben und leicht zu finden.
- Mehr Trinkwasserbrunnen und schattige Aufenthaltsorte im öffentlichen Raum schaffen.
- Mehr Grün statt mehr Beton: Bäume pflanzen, bestehende Bäume erhalten, Flächen entsiegeln und naturnahe Grünflächen fördern. Sie kühlen den Ort, speichern Wasser und schaffen Lebensräume für Tiere und Pflanzen.
- Klimaresiliente Ortsplanung fördern: Bei Neubauten, Straßen und Plätzen sollen Verschattung, Begrünung und wasserdurchlässige Flächen von Anfang an mitgedacht werden.
- Nachbarschaftsnetzwerke stärken, damit insbesondere ältere oder alleine lebende Menschen bei Hitze nicht vergessen werden.
- Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen bei der Hitzevorsorge aktiv unterstützen – etwa durch Sonnenschutz, Begrünung und ausreichende Trinkwasserversorgung.
Für sichere und widerstandsfähige Orte
Auch wenn es im Moment so wirken mag, als würde uns dieses Thema hier an der Küste nicht betreffen, müssen auch wir uns auf Hitzeperioden vorbereiten. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Ihnen wichtig.
Sprechen Sie deshalb Ihre Gemeindevertretung an, bringen Sie Ihre Ideen ein und engagieren Sie sich in Ihrer Nachbarschaft. So gestalten und erhalten wir gemeinsam nachhaltig lebenswerte Orte.
Karte der aktuelle Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes
Beispiel: Karte vom 14.08.2026
